Chronik der Feuerwehr Brühl 2018-04-04T14:52:29+00:00

Freiwillige Feuerwehr Brühl seit 1900

Die Chronik

Die freiwillige Feuerwehr Brühl wurde im Jahr 1900 gegründet. Im November 1900 erhielt das Großherzogliche Bezirksamt in Schwetzingen das folgende Schreiben des Brühler Gemeinderates:

Brühl, den 13. November 1900

Bericht des

Gemeinderates Brühl

an Großh. Bezirksamt Schwetzingen

Gründung einer freiwilligen Feuerwehr für Brühl betr. Großh.

Bezirksamt beehren wir uns ergebenst anzuzeigen,

daß das neu gegründete Feuerwehrkorps aus 64 Mitgliedern

besteht. Anläßlich der am Samstag, den 11.d.Mts. auf dem

Rathaus stattgefundenen Wahl wurden gewählt:

Bürgermeister Albert Eder, als Comandant

Ratschreiber Sichler, als Adjutant und Wilhelm Rohr unf Johann Eder als Hauptleute.

Von Seiten des Gemeinderats wurden unterm

Heutigen die Wahl für gültig erklärt.

Gezeichnet: Albert Eder,  Sichler

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Wenige Wochen später, am 20. Dezember 1900 fand im Rathaussaal die erste Generalversammlung verbunden mit „Chargiertenwahl“ der Feuerwehr statt. Das Ergebnis dieser Wahl ist folgendem Protokoll zu entnehmen:

Nr. 1

Geschehen Brühl, den 20. Dezember 1900

Die Wahl der Chargierten zur freiwilligen Feuerwehr betrf.

In der heute Abend 8 Uhr in den Rathaussaal einberufenen Versammlung sämtlicher Feuerwehrleute behufs Vornahme der Wahl der Chargierten zur freiwilligen Feuerwehr wurden als solche gewählt:

  1. Albert Eder als Comandant
  2. Ratsschreiber Sichler, als Adjutant
  3. Wilhelm Rohr, I. Hauptmann
  4. Emil Triebskorn, II. Hauptmann für die 1. Compagnie
  5. Andreas Eder, I. Hauptmann
  6. Johann Schmitt, II. Hauptmann für die II. Compagnie

Die Gewählten nehmen die Wahl an.

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Die Zeit von 1900 bis 1925 nach einem Protokoll eines unbekannten Autors:

(Buchstabengetreue Abschrift des Originals)

Diese Zusammensetzung des Verwaltungsrats bestand nun 4 Jahre bis zum 7. Juni 1904 indem Ratschreiber Sichler aus der Wehr ausschied. Bei der Neuwahl ging Emil Triebskorn als Adjt. Und Wilhelm Gredel als Hauptmann hervor. Die erste Feuerprobe, die die Wehr zu bestehen hatt, war am 23. Juli 1904 als plötzlich vormittags 12 Uhr das Feuersignal ertönte. In den Wohnhäusern des Georg Geschwill und Martin Metzger Mannheimerstr. war ein Großfeuer ausgebrochen. Es wurde damals die Schwetzingen Feuerwehr zu Hilfe gerufen, die aber nicht mehr viel mit einzugreifen brauchte, indem die hiesige Wehre schon das Feuer auf seinen Herd beschränkt hatte. Es dauerte nicht ganz 3 Wochen, als am 11. August nachmittags 3 Uhr abermals die Alarmglocken und das Feuersignal ertönte, es brande diesmal in der Neugasse bei Georg Faulhaber und Martin. Jetzterst kam man zur Besinnung wie notwendig eine freiwillige Feuerwehr ist. Am 29. November 1906 wechselte das Comando wegen Wegzug des Herrn Albert Eder. Die Neuwahl erfolgte am 6. Januar 1907 als Comandant wurde Emil Triebskorn gewählt. Als Adjt. Friedrich Schäfer als erster Spritzhauptmann Wilhelm Rohr. Als Steighautmann Karl Brixner als zweiter Spritzhauptmann Johannes Metzger.

  1. Brand

Am 28. Juni 1907 vormittags 10 Uhr brach in der Scheune des Joh. Mannhard Feuer aus, das sich auf die angrenzende Scheune und Stallung des Mich. Wegele in rasender Schnelligkeit übergriff. Durch das schnelle Eingreifen der Wehr, konnte weiterer Schaden verhütet werden. 

  1. Brand

Am 10. August 1908 Nachmitternacht brach bei Jak. Eder am hinteren Anbau des Wohnhauses ein Brand aus, der mit rascher Schnelligkeit auf die Scheune des Bäckermeisters Schuhmacher übergriff. Das verheerende Element wurde in kurzer Zeit ohne jegliche Hilfe niedergekämpft. 

  1. Brand

Einen Monat später am 19. September 1908 Nachmittags 6 Uhr wurde die Wehr zum 5 mal alarmiert. Diesmal brande das Wohnhaus des Spezereihändlers H. Münch in der Rohrhöferstr. Auch diesmal wurde das Feuer durch das schnelle Eingreifen der Wehre in kaum 1 Stunde aud seinen Herd beschränkt. 

Am 20. Februar 1910 fand im Rathaussaale eine Neuwahl statt aus der folgendes Resultat hervorging:

Als Comandant:                         Emil Triebskorn

Als Adjt.:                                    Friedrich Schäfer

Als erster Spritzehptm.:             Wilh. Rohr

Als zweiter Spritzehptm.:          Joh. Metzger

Als erster Steigerhptm.:            Anton Langlotz

Als zweiter Steigerhptm.:        Fried. Mart. Brixner

 Am 16. August 1910 wurde Wilh. Gredel an Stelle das Martin Brixner zum 2. Steigerhauptmann gewählt. Am 21. Januar 1912 wurde Karl Pister für Anton Langlotz als 1 Steigerhauptmann gewählt.

Am 25. Mai 1913 feierte die Wehr 12 jähriges Stiftungsfest verbunden mit dem Kreisfeuerwehrtag. Es wurden auch Kameraden für 12 jähr. Dienstzeit ausgezeichnet. 

  1. Brand

Am 14. September 1913 abends kurz vor 8 Uhr schlug der Blitz in das Wohnhaus des Martin Löffler Mühlenstr. ein, und zündete, unter strömenden Regen rückte die Wehr an die Brandstelle, und konnte gegen 9 Uhr nach vollendeter Arbeit wieder abrücken. 

  1. Brand

Am 31. Januar 1014 kurz nach Mitternacht brach bei Martin Eder ein Schadenfeuer aus, das den Dachstock des Wohnhauses vollständig einäscherte. Die Wehr hat nach 2 stündiger harter Arbeit das Feuer aus seinen Herd beschränkt.

 Während der Kriegszeit führte Herr Wilh. Rohr die Geschäfte der Wehr. Am 19. Februar 1919 wurde eine Neuwahl vorgenommen. Es wurden gewählt:

Als Comandant:                       Wilhelm Rohr

Als Adjt.:                                   Joseph Rey

Als erster Spritzehptm.:           Alois Rohr

Als zweiter Spritzehptm.:         Joh. Metzger

Als erster Steigerhptm.:           Bernh. Langlotz

Als zweiter Steigerhptm.:        Wilh. Gredel

 Am 20. Mai 1922 fand für die ausgeschiedenen Kameraden (Wilh. Rohr & Joseph Rey eine Neuwahl statt. Gewählt wurden: 

Als Comandant:                         Alois Rohr

Als Adjt.:                                    Bernh. Langlotz

Als erster Spritzehptm.:            Joh. Metzger

Als zweiter Spritzehptm.:         Joh. Gödtel

Als erster Steigerhptm.:            Ad. Limbeck

Als zweiter Steigerhptm.:         Wilh. Gredel 

8 und 9 Brand

Am 11. April 1920 mittag 12.30 Uhr brach bei Heinrich Ding obere Hauptstraße ein Grossfeuer aus, das das ganze Anwesen, Scheuer, Stallung und Wohnhaus begünstigt durch den starken Südwind, nebst das Wohnhaus des k. Körber in Asche legte. Die Wehr hatte damals mit Hilfe der Luftschutzwache die mit …(Wort nicht zu entziffern) ankam das Feuer aus seinen Herd beschrenkt und konnte die Nachbargebäude schützen. Es dauerte kaum 8 Tage als abermals das feuersignal ertönte, diesmal brannte es neben der letzten Brandstelle, bei Fritz Gredel, dessen Wohnhaus und Nebengebäude ein Raub der Flammen wurde, mit grosser Mühe gelang es die Scheune des joh. Merkel zum2ten mal zu retten, indem Dieselbe schon das vorige Brandobjekt angrenzt. 

10, 11 und 12 Brand.

Im Januar 1925 brande der Lissette Maurer Rohrhöferstrasse das Wohnhaus mit Scheuer nieder. Es folgten dann noch 2 kleinere Brände. Bei Robert Sinn da Schlachthausgebäude und bei Heinrich Merkel ein Stroh bzw. Voratsschuppen.

 Inzwischen wurde die Wehr zur Hilfeleistung Kasernenbrand in Schwetzingen gerufen, dem Sie sofort Folge leistet.

 Schluss!

„Schluss“ steht ausdrucksstark und sehr deutlich unter dem „Protokoll“ über die ersten 25 Jahre der Geschichte der Brühler Wehr, doch einiges aus diesem Zeitraum sollte noch erwähnt werden, wie z.B. der folgende kleine Beitrag, der in der Festschrift zum 75-jährigem Jubiläum nachzulesen ist:

„Der 1. Weltkrieg verringerte die Schlagkraft der Wehr, da viele Aktive dem Ruf des Vaterlandes folgten. Kaum aber war die Brandfackel des Krieges erloschen, ging man mit frischem Mut wieder an den Aufbau der Wehr. Ihre Stärke nahm zu, die Gemeindevertretung wurde immer und immer wieder auf die Bedeutung des Feuerlöschwesens aufmerksam gemacht und dadurch eine allgemeine Verbesserung der Ausrüstung und der Geräte erzielt. Durch die vorzügliche Schulung der Wehr errang man sich weit über die Grenzen des Heimatgebietes Ansehen und Achtung.

Aufgeschlossen für die Probleme der damaligen Zeit, mit dem Mut zu seinen Ansichten zu stehen und bereit, für die gute Sache auch jedes persönliche Opfer zu bringen, wurde am 10. Mai 1922 Alois Rohr zum Kommandanten gewählt. Durch seine Fachkenntnisse und sein Pflichtbewusstsein wurde er bald in den Kreisfeuerwehrausschuß berufen. Ehrenhaftigkeit, kluger Weitblick und Bürgersinn verbunden mit Verantwortungsbewusstsein beim Dienen und Helfen an den in Not geratenen Menschen formten in ihm eine Persönlichkeit, an deren Wirken wir nur mit Achtung zurückdenken können.“

1926 war ein bemerkenswertes Jahr für Brühl und die Wehr, denn vier Ereignisse aus jenem Jahr blieben bis heute in Erinnerung: Zum einen wurde in Rohrhof eine Löschabteilung aufgebaut und zum andern erhielt die Gemeinde eine Wasserleitung. Das dritte Ereignis war das Stiftungsfest am 14. August. An diesem Tag erhielten 15 Feuerwehrleute das Ehrenabzeichen des „Badischen Staates“. Es waren: Bernhard Langlotz, Adam Limbeck, Hermann Stratthaus, Adam Boch, Wilhelm Langlotz, Jakob Rhein, Karl Rey, Valentin Meixner, Johann Zobeley und Josef Geschwill.

Das vierte Ereignis jenes Jahres , war die 100. Sitzung des Verwaltungsrates der Wehr am 8. Mai in der Wirtschaft „zur Krone“. Das Protokoll über diese Sitzung ist bis heute erhalten:

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Vom 24. bis zum 26. Mai 1930 wurde das 30-jährige Bestehen verbunden mit Bannerweihe, unter Mitwirkung der Brühler Vereine festlich gefeiert. Die „Schwetzinger Zeitung“ veröffentlichte am Montag, dem 26. Mai 1930 einen ausführlichen Artikel unter der Überschrift „30 Jahre Freiwillige Feuerwehr Brühl“, aus dem die folgenden Zitate stammen:

„Mit großer Umsicht hatte die Festleitung alle Vorbereitungen getroffen, um das 30 jährige Stiftungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Brühl würdig auszugestalten. Mit dem Jubelfest war die Weihe des neuen Banners und eine Sitzung des Kreisausschusses des IX. Kreises verbunden. Die ganze Jubiläumsveranstaltung war ausgezeichnet organisiert. Einmütig hat die gesamte Einwohnerschaft in allem regen Anteil genommen; alle einheimischen Vereine haben die Veranstaltung durch ihre Teilnahme unterstützt.

Bereits am Samstagabend hatte der Festort ein schmuckes Festgewand angelegt. Lustig flatterten die zahlreichen Fahnen, vieles Grün und Girlanden riefenden ankommenden Festteilnehmern ein freudiges Willkommen zu. Auf dem Marktplatz ward eine Festhalle errichtet, die die Festteilnehmer vor den Unbillen des launischen Wetters im Trockenen halten konnte.

Ein würdiger Anfang war das Festbankett am Samstagabend in der Zelthalle. Nach dem Einmarsch der Ehrendamen mit dem Banner de festgebenden Wehr und der Brühler Vereine, spielte die Musikkapelle Brühl den Begrüßungsmarsch, anschließend hielt der Kommandant der Wehr, Herr Rohr, Begrüßungsansprache………

Dann sah das Programm die Bannerweihe vor, der Höhe- und Glanzpunkt des Abends. Diese wurde eingeleitet durch einen sinnlichen Prolog der Festdame Fräulein Regina Habel. Es folgte die Weiherede des Kommandanten.

Am Sonntag, dem 25. Mai bewegte sich durch die reichverzierten Straßen von Brühl ein sehr imposanter Festzug, an dem sich 27 Wehren mit 5 Musikkapellen und zahlreichen Trommler- und Pfeifferkorps beteiligten. Den Festzug eröffneten die Festreiter, denen die Festdamen, sodann der Kreis- und Ehrenausschuss folgte. Der Fähnrich, Herr Martin Merkel mit seinen Kameraden Fritz Schmitt und Martin Mehrer waren stolz auf das prächtige , schöne Banner, das sie zum ersten Mal durch die heimischen Straßen tragen durften.

Auf dem Festplatz angelangt konzertierten die Kapellen mit flotten Märschen, die Ehrendame sprach einen feinen Begrüßungsprolog, Kommandant Rohr und Bürgermeister Eder begrüßten herzlich die erschienen Gäste.

Unter dem weiten Festzelt herrschte die beste Stimmung. Bei Eintritt der Dunkelheit wurde ein Brillantfeuerwerk abgebrannt. Niemand wollte von Brül scheiden, die treue, brüderliche Kameradschaft hielt alle zusammen.“

(Ende der Zitate)

Im Jahr 1938 ging ein langgehegter Wunsch der Wehr in Erfüllung. Endlich konnte man die bis dahin in den Einsätzen verwendete Handkolbenpumpe durch eine moderne Motorspritze TS 8 ersetzen.

Über den Zeitraum 1939 bis 1945 gibt es auf Grund fehlender oder nicht auffindbarer Unterlagen nur wenig zu berichten. Während dieser Zeit führte Brandmeister Otto Mühleisen die Wehr. In ungezählten Bombennächten waren die wenigen meist älteren Wehrmänner oft tage- und nächtelang unterwegs, wie das folgende, in gekürzter Form abgeschrieben Protokoll eines Einsatzes zeugt:

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Nach Beendigung des 2. Weltkrieges änderten die Besatzungsmächte die Art der Feuerwehr-Organisation. Mit Rücksicht auf seine angegriffene Gesundheit legte Alois Rohr in dieser Zeit sein Amt als Leiter der Wehr nieder und wurde einstimmig zum Ehrenkommandanten ernannt.

Im Jahr 1945 übernahm Bernhard Langlotz, der seit 1926 Mitglied der Feuerwehr war, die Leitung der Wehr. Außer dem Brandschutz wurde auch die Aufgaben der Wasserwehr auf die Feuerwehr übertragen. Dies erforderte in den folgenden Jahren, bedingt durch die Rheinnähe und das alljährliche Frühjahrshochwasser, einen beachtlichen personellen und finanziellen Einsatz.

Dem damaligen Kommando kam sehr zu statten, dass ab dem Jahre 1950 die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat ihre ganze Aufmerksamkeit der Feuerwehr widmeten, idem die zuerst einmal die dringend notwendigen Uniformen und das unentbehrliche Schlauchmaterial anschafften. Die ungenügende Unterbringung der Feuerwehrgeräte veranlasste den Kommandant durchzusetzen, das endlich eine Feuerwehrhalle mit Schlauchturm in der Hauptstraße 8 erstellt wurde.

Die Fertigstellung der Gerätehalle ermöglichte es der Wehr, ihr erstes motorisiertes Fahrzeug (Marke: Opel Blitz), das Löschfahrzeug LF8, in Dienst zu stellen. Von nun an was es der Wehr zu jeder Zeit möglich, auc große Entfernungen, wie z.B. nach Rohrhof schnellstens zurückzulegen.

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Im Jahr 1950 feierte die Wehr ihr 50-jähriges Jubiläum und aus diesem Anlass schrieb Bernhard Langlotz, ihr Kommandant, folgenden kurzen Beitrag in der Festschrift:

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1961 installierte man in Rohrhof eine Feuermeldeanlage und stellte der Wehr einen Geräteraum zur Verfügung, Maßnahmen die wesentlich zur Erhöhung der Sicherheit der Rohrhöfer beitrugen.

Im April 1963 übernahm die Brühler Wehr das neue Löschfahrzeug LF 8/TS und stationierte die „alte LF8“ in Rohrhof.

Im November 1963 konnte die Feuermelde- und Weckeralarmanlage in Betrieb genommen werden. Zu diesem Zeitpunkt war man bei der Wehr und bei der Gemeindeverwaltung zu der Erkenntnis gekommen, das unbedingt ein neues Feuerwehrgeräthaus benötigt wird, weil die in der Hauptstraße 8 vorhandenen Unterbringungsmöglichkeiten nicht ausreichend waren und auch nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Wehr entsprachen. Wegen der hohen Kosten und der finanziellen Situation der Gemeinde war es erst an 4. Juli 1970 möglich, das neue Feuerwehrgerätehaus „Am Schrankenbuckel“ einzuweihen.

Durch seine zentrale Lage war es möglich, die gesamte Wehr hier unterzubringen und die beiden Löschzüge Brühl und Rohrhof zu vereinen.  Damals war hinter dem fünften Tor das Salzlager der Gemeinde und das Deutsche Rote Kreuz hatte ihr Fahrzeug noch hinter Tor vier geparkt. Die gleichzeitige Inbetriebnahme des Tanklöschfahrzeuges TLF 16 brachte der Wehr eine weitere Leistungssteigerung, die den damaligen Anforderungen an eine schlagkräftige Wehr entsprach.

Am 4.März 1972 schied der bisherige Kommandant Bernhard Langlotz nach 25-jähriger Tätigkeit aus seinem Amt aus und wurde zum Ehrenkommandanten ernannt. Zu seinem Nachfolger wurde sein Stellvertreter Heinrich Kemptner ernannt.

Bei drei Großeinsätzen (Ziegelei Merkel im Januar 1968, Bauernhof Ding im September 1968 und Ziegelei Eder November 1973) wurde von der Wehr der äußerste Einsatz verlangt, um größere Brandkatastrophen zu vermeiden. Neben vielen Kleineinsätzen wie Zimmer-, Auto- und Flächenbrände war es besonders der laufende Einsatz zur Bekämpfung von Schuttlochbränden, welche die Einsatzbereitschaft erforderte. Durch die Gründung der Jugendfeuerwehr im Jahre 1972, deren Leitung Oberlöschmeister Otto Mehlich übernommen hat, ist die Gewähr gegeben- so heißt es in der Festschrift zum 75jährigen Jubiläum- dass in der Gemeinde eine gut ausgebildete Wehr das hab und Gut ihrer Einwohner auch in Zukunft schützen wird.

Das Jahr 1974 begann für die Wehr mit einer unliebsamen Überraschung. Am 10. Januar konnte man in der Schwetzinger Zeitung lesen:

Letzte Meldung! Brand in ehemaliger Brühler Feuerwehrhall.

Noch keine Vermutung was die Ursache des Brandes sein könnte, der gestern Abend gegen 18 Uhr in der ehemaligen Feuerwehrhalle in Brühl ausbrach, hatte man zu dieser Zeit seitens der im Einsatz befindlichen Feuerwehr Brühl, die mit 30 Mann angerückt war. Opfer des Feuers, das man mittels zwei Tanklöschfahrzeugen und einem Löschfahrzeug erfolgreich anging wurde lediglich der Elferratswagen des Karnevalvereins „Kollergrotten“. Das Ausmaß des Gesamtschadens konnte bis Redaktionsschluss noch nicht angegeben werden.

Jedoch wurde bei dem Brand mehr zerstört als in dem Artikel zu lesen war. Es lagerten damals neben alten Uniformen und museumsreifen Ausrüstungsgegenständen auch etliche Akten, die viel Wissenswertes über die Jahre vor 1974 enthalten haben sollen. Aus Schaden wird man klug. So dachte auch der Protokollführer in den Jahren 1975 bis 1977 und habe daher die Unterlagen so sicher abgelegt, das diese bis heute unauffindbar sind.

Ab 1978 sind die Protokolle alle vorhanden. Diese Unterlagen vermitteln eindrucksvoll, mit welchen Sorgen und Problemen aber auch mit welchen erfreulichen Ereignissen die Wehr sich auseinander zu setzen hatte. Hier nun in stark gekürzter Form, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

In den Jahr 1980 bis 1983 sind genügend Mittel im Haushaltsplan der Gemeinde vorhanden, um den fahrzeugbestand der Feuerwehr zu vergrößern. Das Jahr 1983 ist vielen Wehr-Leuten in Erinnerung geblieben, denn man verzeichnete in diesem Jahr mit 82 Einsätzen ein „Rekordergebnis“. So waren 6 Großbrände zu bekämpfen und in zwei Einsätzen galt es Gefahren durch das Hochwasser abzuwenden. Was aber die Zahl der Einsätze so hat ansteigen lassen, waren 30 nachgewiesene Brandstiftungen.

1985 geht als „Jahr der eförderungen“ in die Chronik der Wehr ein. Während der Generalversammlung wurden: Wilhelm Mehrer zum Oberbrandmeister, Henry Heisch und Gerd Immeln zu Brandmeistern, Jürgen Heisch, Wolgang Schließer und Eduard Köhler zu Oberlöschmeistern, Peter Kapp und Günter Kummelt zu Löschmeistern und Joachim Brokmeier, Stefan Hemmerich, Stefan Mehlich und Frank Zobely zu Oberfeuerwehrmännern ernannt.

1987 war ein sehr wichtiges Jahr in der Geschichte der Brühler Wehr, wie Schlagzeilen der regionalen Presse und die Protokolle der Feuerwehr von damals belegen:

Wehr hört auf ein neues Kommando

Gerd Immeln löst Heinrich Kemptner ab

 Die Weichen für die nächsten Jahre stellte man am letzten Sonntag bei der Freiwilligen Feuerwehr Brühl, die bei Ihrer Generalversammlung einen neuen Kommandanten wählte. Gerd Immeln heißt der neue Mann an der Spitze der Brühler Wehr, der den langjährigen Kommandanten Heinrich Kemptner ablöste. Mit dem 41-jährigen Schlosser hat man einen Techniker gewählt, der sich in der Materie auskennt und schon lange Jahre in der Brühler Wehr mitarbeitet und gerade die Entwicklung von der reinen Brandbekämpfung auch hin zu technischen Hilfeleistung bewusst mitgemacht und mitgetragen hat. Angesichts dieser Entwicklung war es nur konsequent, dass der 59 Jahre alte Heinrich Kemptner „dem Jungen“ das Feld überließ. (Mätz, SZ)

 Im Rahmen einer Feierstunde in der Brühler Festhalle wurde der bisherige Kommandant Heinrich Kemptner, sein Stellvertreter Otto Mehlich und der Kassierer Wilhelm Langlotz verabschiedet. Der neue Kommandant Gerd Immeln und sein Stellvertreter Wilhelm Mehrer wurden durch Bürgermeister Reffert offiziell in ihre Ehrenämter berufen (29. April 1987, SZ)

 1988 berichtete die Schwetzinger Zeitung, dass die Einsätze der Wehr immer vielfältiger werden. Bereits 65% der Einsätze seien technische Hilfeleistung, z.B. bei Unfällen, Kellerüberflutungen oder der Beseitigung von Ölspuren.

Die Jahre 1990 bis 1999 waren geprägt von dem Spar-Trend, durch nicht mehr so prall gefüllte Gemeindekassen. Erwähnenswert ist der Jahresbericht der Wehr aus dem Jahr 1996. In diesem Jahr rückte die Wehr 102 mal zu Einsätzen aus, bei denen u.a. acht Personen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes erstversorgt wurden. „Leider“ -so heißt es im Bericht- „hatten wir aber auch, und die Zahl gab es in der Wehr noch nie , fünf Tote zu beklagen. Im Einzelnen handelte es sich um zwei Personen, die nach einem PKW-Unfall auf der Autobahn in ihrem Fahrzeugwrack erbrannten, zwei Personen die bei einem Bootsunfall auf dem Rhein ertranken und eine Person die beim Baden im Baggersee verunglückte.“

2000 wurden 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Brühl und 75 Jahre Spielmannszug ausgiebig gefeiert. Aus der damaligen Festschrift stammen die bisherigen Berichte.

2007 fand ein Wechsel im Kommando der Wehr statt. Stefan Mehlich übernahm das Kommando von Gerd Immeln. Als seine Stellvertreter wurden Ulrich Mehrer und Thomas Kemptner gewählt. Die bis heute eingesetzt sind.

Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Brühl:

1900 bis 1909    Albert Eder

1907 bis 1914     Emil Triebskorn

Während des 1. Weltkrieges führte Wilhelm Rohr die Geschäfte der Wehr

1919 bis 1922     Wilhelm Rohr

1922 bis 1945     Alois Rohr

Während des 2. Weltkrieges leitet Brandmeister Otto Mühleisen die Wehr

1945 bis 1972     Bernhard Langlotz

1972 bis 1987     Heinrich Kemptner

1987 bis 2007     Gerd Immeln

2007 bis 2017      Stefan Mehlich

seit 2017               Marco Krupp

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Quellen: Festschrift 2000, 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Brühl, Autor Dr. Ludwig Friedrich