Was die Freiwillige Feuerwehr Brühl auszeichnet, ist weit mehr als ihre Einsatzbereitschaft und technische Ausstattung. Es sind vor allem die Menschen, die sich mit Engagement einsetzen. Dieser Gedanke stand im Mittelpunkt der Ansprache von Feuerwehrkommandant Marco Krupp bei unserem Familien- und Ehrungsabend in der Festhalle. Nach der musikalischen Eröffnung unseres Spielmannszuges unter der Leitung von Stabführer Andreas Schließer rückte Krupp bewusst nicht Zahlen und Fakten in den Vordergrund, sondern die Bedeutung von Kameradschaft und Zusammenhalt.
Eindrücklich schilderte er den schweren Unfall eines Kameraden vor vier Monaten in Neckargemünd. Als der Kommandant erfuhr, dass an der Unfallstelle ein Funkmeldeempfänger der Brühler Wehr gefunden worden war, verwandelte sich ein zunächst entfernter Einsatz plötzlich in eine persönliche Ausnahmesituation. „In diesem Moment wurde mir klar, wie ernst die Situation möglicherweise war. Ich saß allein im Feuerwehrhaus und ich fühlte mich in diesem Moment auch ziemlich allein“, erinnerte Krupp sich. Die Sorge um einen geschätzten Kameraden und die Betroffenheit innerhalb der Feuerwehr prägten die folgenden Stunden. Die Nachricht habe dazu geführt, dass sich zahlreiche Mitglieder aus den Abteilungen versammelten, um sich gegenseitig Halt zu geben und die schwierige Situation nicht allein bewältigen zu müssen. Der bekannte Feuerwehrgrundsatz „Einer für alle – alle für einen“ sei an diesem Abend und in den Wochen danach keine bloße Floskel gewesen, sondern spürbar geworden. Inzwischen befinde sich der Kamerad zur Freude aller nach seinem Unfall auf dem Weg der Besserung.
Krupp machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass Kameradschaft über die Grenzen der eigenen Gemeinde hinausgehe. Sein Dank galt den Einsatzkräften aus Neckargemünd, der Kreisbrandmeisterin, der Leitstelle, Polizei und Notfallseelsorge für ihre Unterstützung. Neben der Kameradschaft innerhalb der Wehr hob er auch die Unterstützung durch Familien, Arbeitgeber und die Gemeinde hervor. Sein Dank galt allen, die mit ihrem Engagement zum Funktionieren der Feuerwehr beitragen.
Bürgermeister Dr. Ralf Göck betonte in seiner Ansprache, dass die Mitglieder auf das Geleistete stolz sein könnten. Die vergangenen Einsätze hätten die Wehr nicht nur fachlich, sondern auch menschlich vor Herausforderungen gestellt. Mit Blick in die Zukunft ging Göck auf den Feuerwehrbedarfsplan ein, den die Gemeinde Schritt für Schritt umsetzen wolle. Die Kommune stehe hinter ihrer Feuerwehr, müsse angesichts der angespannten Haushaltslage jedoch „mit Maß und Ziel“ abwägen, welche Ausgaben nötig seien. Das Feuerwehrhaus werde zunächst weiter ertüchtigt. Aktuell fehle etwa noch ein zweiter Notausgang. Allerdings laufe deswegen derzeit ein Rechtsstreit. Im Anschluss soll die Planung für ein neues Feuerwehrgerätehaus beginnen.
Stabführer Andreas Schließer gab einen Einblick in das musikalische Jahr des Spielmannszuges. Nach dem Doppel-Jubiläum 2025 sei es in diesem Jahr ruhiger zugegangen. 13 Auftritte liegen bisher hinter den Musikerinnen und Musikern. Leider habe der Spielmannszug die eine oder andere Anfrage mangels verfügbarer Kräfte ablehnen müssen. Schließer nutzte den Abend deshalb auch für einen Appell, sich musikalisch zu engagieren und den Spielmannszug zu unterstützen. „Musik verbindet Generationen“, machte er deutlich. Damit griff er einen Gedanken auf, der den Abend insgesamt prägte: Eine Feuerwehr lebt nicht allein von ihrer Ausrüstung und den Einsätzen, sondern von den Menschen, die ihre Zeit und ihr Können für andere einsetzen.
Dass Engagement in der Feuerwehr viele Gesichter hat, wurde auch bei den Ehrungen deutlich. Im Mittelpunkt standen Mitglieder, die sich über viele Jahre hinweg für die Wehr eingesetzt haben. Gewürdigt wurden sowohl der Einsatzdienst als auch die Arbeit in der Verwaltung, um die Kameradschaftskasse und die Musik. Für zehn Jahre im Spielmannszug wurde Elyes Benkacimi geehrt, Michael Kühn für 50 Jahre. Andreas Schließer erhielt die Dirigentennadel in Silber. Für zehn Jahre Feuerwehrdienst wurden André Bruns, Sebastian Mundinger, Christian Stöckl und Torben Wedel ausgezeichnet und für 30 Jahre Christian Deutsch, Jürgen Immeln und Siegfried Mengay. Ganze 50 Jahre lang sind Klaus Hambalgo und Werner Schade dabei. Das Ehrenkreuz in Bronze ging an Melanie Schuhmacher und Thomas Kemptner. „Bei der Feuerwehr kann jeder mitmachen und seine Stärken einbringen“, betonte Christiane Staab, stellvertretende Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands, bei den Ehrungen.
Auch die Entwicklung des Nachwuchses wurde beim Familien- und Ehrungsabend sichtbar: Der stellvertretende Jugendwart Ron Pregartner überreichte Dennis Weiher, Leon Popp, Luca Lochmann, Niklas Engel und Philipp Schübel die „Jugendflamme 1“. Mit dem Abzeichen werden erste Kenntnisse und Fertigkeiten im Feuerwehrdienst gewürdigt. Mehrere Monate hatten die fünf Jungen für das Abzeichen geübt. Daran schloss sich ein weiterer Schritt in der Jugendarbeit an: Luca Schwach, Emily Faber und Niklas Schilling wechselten aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung und verstärken damit künftig die aktive Wehr.
Für den musikalischen Abschluss des Abends sorgte MaTones, dessen Auftritt der Förderverein der Feuerwehr gesponsert hatte. In entspannter Atmosphäre nutzten die Gäste die Gelegenheit, den Abend ausklingen zu lassen.