Um 15:17 wurde die Feuerwehr Brühl alarmiert. In der Wiesenstraße war es durch Bauarbeiten zu einem Dehnfugenbrand an einem Mehrfamilienhaus gekommen. Nach erster Erkundung wurde umgehend mit der Brandbekämpfung begonnen. Der Zugang zum Brandherd gestaltete sich äußerst schwierig. Dies machte die Nachalarmierung weiterer Kräfte notwendig. Um einem Wasserschaden vorzubeugen, wurde der Brand mittels eines Löschgases bekämpft. Eine Ausbreitung konnte dadurch verhindert werden. Endgültig gelöscht, konnte der Brand allerdings nur mit einem netzbindendem Schaum-Wasser-Gemisch werden. Dieses wurde mittels eines Lösch-Lanzen Systems Type „Fog-Nail“ eingebracht. Die Löschmaßnahmen zogen sich bis in die frühen Morgenstunden. Ein Löscherfolg stellte sich nur sehr spärlich ein. Die vorgenommenen Löschmaßnahmen wurden ständig mittels Infrarotthermometer und Wärmebildkamera überprüft. Durch ständige Kontrollen und angepasste Löschmaßnahmen konnte der Wasserschaden innerhalb der betroffenen Wohnung äußerst gering gehalten werden. Lediglich einige Kellerräume wurden überschwemmt.

Bedingt durch eine zentrale Absauganlage innerhalb des gesamten Gebäudekomplexes konnte eine Rauchausbreitung nicht verhindert werden. Nach Schadstoffmessungen in den Gebäuden wurde dies und ebenso die Nachbargebäude evakuiert. Zur Betreuung der ca. 90 Personen wurde die DRK Gruppe „Betreuung Akut“ des Ortsvereins Brühl und die Schnell-Einsatz- Gruppe des Rettungsdienstes alarmiert.
Weitere Messungen bzgl. Schadstoffbelastung machten klar, dass eine Rückkehr der Bewohner in dieser Nacht nicht möglich ist. Einige Bewohner konnten bei Familie und Freunden unterkommen. Die restlichen Bewohner wurden in den Saal des Feuerwehr Gerätehauses gebracht und vom Rettungsdienst versorgt. Alle Bewohner wurden dann für die Nacht in Hotels in der Region untergebracht. Eine pflegebedürftige Person wurde von einer örtlichen Pflegeeinrichtung sofort aufgenommen.
Um 6:30 konnte "Feuer aus" gemeldet werden. Nach Lüftung der Wohnungen und erneuten Schadstoffmesssungen konnten die Bewohner ab 7:30 in Ihre Wohnungen zurück. Die Feuerwehr Brühl wird das Gebäude noch regelmäßig kontrollieren und Messungen durchführen um einen erneuten Brandausbruch zu verhindern. -cb-

Im Einsatz waren:
FFW-Brühl mit HLF, LF16, ELW, GWT, MTW
FFW-Ketsch mit LF20, LF16, ELW, GWT, MTW
FFW-Eppelheim mit ELW, GWT
Werksfeuerwehr Heidelberger Druckmaschinen
Berufsfeuerwehr Mannheim mit TroTLF & CO2 Anhänger
Unterkreis-Führungsgruppe
Stellvertretender Kreisbrandmeister Axel Schuh
Polizei
Rettungsdienst