Am Montagabend, den 27. April 2026, führte die Feuerwehr Brühl ihre Abschlussübung zum Thema Brandbekämpfung im Bereich der Rheinfähre Kollerfähre durch. In der Zeit von 18:00 Uhr bis etwa 20:30 Uhr trainierten zahlreiche Einsatzkräfte unter realitätsnahen Bedingungen das Vorgehen bei einer komplexen Einsatzlage. Angenommen wurde ein Brand eines LKW auf der Rheinfähre mit mehreren verletzten Personen sowie einem Gefahrgutaustritt. Ziel der Übung war es insbesondere, die Brandbekämpfung unter schwierigen Rahmenbedingungen, die Menschenrettung sowie die Zusammenarbeit mehrerer Einheiten zu trainieren.

Nach der Alarmierung der Einsatzkräfte wurde zunächst eine Lageerkundung durchgeführt und anschließend eine Führungsstruktur nach FwDV 100 aufgebaut. Im weiteren Verlauf wurde die Einsatzstelle in mehrere Einsatzabschnitte gegliedert, um die Brandbekämpfung, die Menschenrettung sowie die Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Gefahrgut strukturiert abarbeiten zu können. Ein Schwerpunkt der Übung lag auf der Brandbekämpfung auf der Fähre sowie der Rettung mehrerer verletzter Personen. Diese mussten über den Wasserweg auf die rechtsrheinische Seite transportiert und dort an den Rettungsdienst übergeben werden. Hierzu kamen mehrere Boote zum Einsatz, mit denen sowohl Einsatzkräfte als auch Material und verletzte Personen transportiert wurden. Zusätzlich wurde eine Wasserversorgung über ein Mehrzweckboot aufgebaut. Zur Unterstützung der Lageerkundung wurde außerdem eine Drohne eingesetzt.
Eine besondere Schwierigkeit der Übung bestand darin, dass aufgrund einer angenommenen Baustelle auf der linksrheinischen Gemarkung in Richtung Kollersee keine Rettungsmittel von der Feuerwehr Waldsee/Otterstadt anfahren konnten. Dadurch war ein Zugang zur Einsatzstelle ausschließlich über die Wasserseite möglich, was die Komplexität der Lage zusätzlich erhöhte und gezielt beübt wurde. An der Übung beteiligt waren neben der Feuerwehr Brühl auch die Feuerwehren aus Ketsch und Oftersheim sowie das Deutsche Rote Kreuz Ortsverein Brühl.
Übungsleiter Sebastian Magnussen erklärte nach der Übung: „Einmal jährlich findet zum Abschluss der Ausbildungseinheit Brandbekämpfung eine größere Übung zum jeweiligen Ausbildungsblock statt. In diesem Jahr haben wir uns bewusst das Ziel gesetzt, eine besondere und etwas umfangreichere Übung durchzuführen. Hintergrund hierfür ist unter anderem, dass die Bundeswasserstraße Rhein durch die Brühler Gemarkung verläuft und sich mit der Rheinfähre Kollerfähre ein besonderes Objekt in unserem Zuständigkeitsbereich befindet. Einsatzlagen auf oder im Bereich des Rheins stellen für die Feuerwehr immer eine besondere Herausforderung dar, da viele Maßnahmen nur über den Wasserweg durchgeführt werden können. Aus diesem Grund war es uns wichtig, insbesondere unsere Abläufe mit den Mehrzweckbooten und Rettungsbooten zu beüben. Dazu gehören der Transport von Einsatzkräften und Material, die Wasserförderung über Boote sowie die Rettung und der Transport von verletzten Personen über den Rhein. Ein weiteres wichtiges Übungsziel war die Einsatzführung mit dem Einsatzleitwagen 1. Bei Einsatzlagen dieser Größenordnung ist der ELW 1 zur Erstellung von Lagekarten, zur Koordination der Einsatzabschnitte sowie zur Kommunikation mit anderen Feuerwehren und den eingesetzten Booten auf dem Rheinstrom ein unverzichtbares Führungsmittel. Gerade bei Einsatzstellen, die sich über Land- und Wasserflächen erstrecken, ist eine strukturierte Einsatzführung besonders wichtig. Nach mehreren Monaten Planungsphase zu dieser doch etwas spezielleren Übung konnte diese heute gemeinsam mit den Feuerwehren Brühl, Ketsch und Oftersheim sowie dem DRK Ortsverein Brühl erfolgreich durchgeführt werden. Bei einem realen Einsatz dieser Art würden gemäß dem Rheinalarmplan zahlreiche weitere Rheinanliegerfeuerwehren sowohl von baden-württembergischer als auch von rheinland-pfälzischer Seite in den Einsatz eingebunden werden. Aufgrund der bereits seit vielen Jahren bestehenden interkommunalen Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Ketsch werden solche Übungen im kleineren Rahmen regelmäßig gemeinsam durchgeführt, um die Zusammenarbeit weiter zu festigen und die Abläufe zu trainieren.“

Die gesetzten Übungsziele konnten erreicht werden und die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen verlief sehr gut. Die Feuerwehr Brühl bedankt sich bei allen beteiligten Kräften und Organisationen für die Unterstützung und die gute Zusammenarbeit.